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lessons from working in the design and web development business

How much does a responsive web design cost? (german translation)

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Prelude: The web community is spread all over the world and has more or less agreed to communicate in english. Many of today’s trends and tomorrow’s features are discussed in mailing lists, in changelogs, on twitter, and in blogs. Nevertheless there are many “local” communities and not everybody is fluent in english. So we thought it is a good idea to translate this (to us) important article on “Responsive Web Design” by Brad Frost to german, for “our” community. So enjoy.

Hinweis: Übersetzung aus dem englischen Original von Brad Frost

Wie viel kostet Responsive Webdesign?

Antwort: $13.47.

Eine eindeutige und verbindliche Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Das ‘Warum’ hat Brian Hoff (@behoff) bereits sehr schön und verständlich in seinem Artikel “Wie viel kostet eine Website?” beschrieben. Hier ein kleiner Auszug:

Angenommen, man stellt einem Makler die Frage “Was kostet ein Haus?” – Naja, das kommt darauf an. Zunächst mal, was wird denn auf jeden Fall benötigt? Drei Schlafzimmer, weil zur Familie zwei Kinder gehören? Eine Klimaanlage, weil das Haus im Süden stehen wird? Gut, was wäre denn außerdem noch wichtig, wenn auch nicht ganz so grundlegend? Ein Keller? Zusätzlicher Stauraum? Ein großer Garten? Eine Garage für drei Autos? Was wäre, wenn Sie es sich aussuchen könnten? Vielleicht auch ein Pool? Klingt das gut?

In der Tat kostet Responsive Webdesign mehr als … gar nichts zu tun. Natürlich könnte man weiterhin Websites erstellen wie bisher und dabei die Unmenge an Geräten ignorieren, die bereits heute oder in naher Zukunft Zugang zum Internet haben. Aber wir schreiben das Jahr 2012, und heutzutage sollte eine Website zumindest ein kleinwenig die mobile Benutzung berücksichtigen, bestenfalls sollte man sie sogar komplett dafür optimieren.

Ich habe schon ein Projekt erlebt, in dem Mobile anfänglich keine Rolle spielte. Als ca. 80% des Desingprozesses abgeschlossen waren fragte der Kunde, “wie wird das auf einem iPad funktionieren?” und alle flippten aus. Zeitpläne wurden neu aufgestellt. Die Budgets erhöhten sich und schlussendlich wurde dann doch nur ein Desktop-optimiertes Design den mobilen Geräten aufgedrückt.

Die Moral von der Geschichte: Es ist sinnvoller, gleich von Beginn an die Vielzahl der heute erhältlichen Geräte zu berücksichtigen und gleichzeitig zu akzeptieren, dass die Zukunft nicht vorhersehbar ist.

Responsive Website oder eine zusätzliche mobile Variante?

Zwar ist dieses Thema mittlerweile schon so gut wie totgeritten, aber dennoch: Um zu entscheiden, wie man am besten ein mobiles Web Projekt angeht, gilt es einige budget-bezogene Überlegungen anzustellen. Ist nun ein Responsive Webdesign günstiger, als eine zusätzliche mobile Website zu erstellen? Meiner Erfahrung nach gibt es zwischen den beiden Ansätzen keinen nennenswerten Unterschied, aber ich bin auch nicht mit beiden Ansätzen gleichermaßen vertraut.

Während das Budget für eine zusätzliche mobile Website zunächst mit dem für einen Responsive-Ansatz vergleichbar ist, wird die separate Website Folgekosten nach sich ziehen, die bei Responsive Webdesign nicht anfallen: Zum einen machen mehrere Versionen der Website redundante Pflegearbeit unvermeidbar. Ich habe schon an Websites gearbeitet, bei denen wir die mobile Version pflegten, während eine andere Agentur die Desktop Version verwaltete. Alleine der Aufwand, der für die Koordination, Planung und Kommunikation bei einer Aktualisierung beider Versionen notwendig ist, kann schon erhebliche Kosten verursachen.

Zum anderen müssten Datenbanken mit Informationen zu den Endgeräten, anhand derer entschieden wird, welcher Benutzer welche Version der Seite zu sehen bekommt, regelmäßig aktualisiert werden (was meiner Erfahrung nach nie gemacht wird). Im Hinblick auf die Geräte ständig am Ball zu bleiben, wird zur Herausforderung, vor allem in der Grauzone zwischen kleinen Tablets und großen Smartphones wie dem Galaxy Note. Welche Version soll dafür ausgeliefert werden: die mobile oder die Desktop-Variante? Und das ist nur ein weiterer Punkt, der Kopfzerbrechen bereitet.

Ich behaupte nicht, dass der “responsive” Weg nur Zuckerschlecken ist, aber wenn das Fundament erst einmal steht, reduzieren sich die laufenden Kosten für Wartung und Pflege, während bei einer eigenständigen mobile Website mit zusätzlichen Kosten zu rechnen ist.

Überlegungen zur Kalkulation von Responsive Webdesign Projekten

Wie lässt sich ein Responsive Webdesign Projekt also effektiv kalkulieren?

Hier ein paar Anhaltspunkte:

  • Analyse, Grundlagen und Fortbildung des Teams — Es sollte rechtzeitig damit begonnen werden, alle Beteiligten auf den neusten Stand zu bringen. Außerdem sollte sicher gestellt sein, dass jeder versteht, was Responsive Webdesign bedeutet, und noch wichtiger, warum es wichtig ist. Man sollte sich Zeit nehmen die Situation zu analysieren, zu sehen welche Trends sich abzeichnen, um dann zu besprechen wie damit umgegangen wird.
  • Zeit für Änderungen im Projektablauf vorsehen — Das ist wahrscheinlich die wichtigste Überlegung in Bezug auf die Budgetplanung. Viele Leute haben sich an den Wasserfall-ähnlichen Arbeitsablauf gewöhnt (und Projektplaner lieben übergroße Charts), aber Responsive Webdesign zeigt diesen linearen Prozessen in der heutigen Multi-Screen Welt schnell die Grenzen auf. Für ein erfolgreiches Responsive Webdesign Projekt ist eine enge Zusammenarbeit des Teams ein absolutes Muss – aus diesem Grund sollte unbedingt Zeit für Zusammenarbeit, Innovationen und Iterationen berücksichtigt werden.
    Iterationen sind hier besonders wichtig, da die technisch versierten die weniger erfahrenen Teammitglieder durch das Projekt leiten. “Wie wird die Navigation funktionieren?”, “Wie wird sich das Design auf größeren Bildschirmen verhalten?”, etc. Das gesamte Team sollte genug Zeit bekommen, diese zweifelsohne schwierigen Designfragen zu lösen.
  • Mehr Zeit für Tests und Qualitätssicherung — Erinnert Ihr Euch noch wie es war, als man nur eine handvoll Desktop Browser berücksichtigen musste? Diese Zeiten sind vorbei. Also stellt sicher, dass Zeit, Zeit und nochmals Zeit für Tests und Qualitätssicherung im Budget berücksichtigt wird. “Welche Geräte unterstützen wir?” Das ist kniffelig, weil eine Menge bedacht werden muss, um zu entscheiden, worauf optimiert werden soll. Aber wichtig ist: Es gibt einen Unterschied zwischen “Unterstützung” und “Optimierung”. In vielen Verträgen wird gefordert, dass man bestimmte Browser/Betriebssysteme unterstützt, aber es ist unmöglich eine Website für alle verfügbaren Geräte auf diesem Planeten zu optimieren. Deshalb ist es trotz limitierter Budgets wichtig, dass das Team auf erweiterbare und zukunftsorientierte Lösungen setzt, und nicht nur auf das Hier und Jetzt schaut.
  • Testgeräte kaufen – Es ist notwendig, die Website auf echten Geräten (nicht nur im Simulator) zu testen, und das bedeutet, dass man Geld in Testgeräte investieren muss. Inwieweit sich die Investition hierfür lohnt, mag von Projekt zu Projekt unterschiedlich sein, aber man sollte zusehen, dass man eine repräsentative Anzahl an Testgeräten im Rahmen des verfügbaren Budgets bekommt.
  • Die Channel-Strategie verstehen – Projektplaner teilen Dinge gerne in Teilstücke auf. Ich habe in der Vergangenheit Projektpläne gesehen, in denen zuerst der Launch einer Desktop-Version beschlossen wurde, dann der einer mobile Version und zum Schluss eventuell noch eine Tablet-Version – mit Responsive Webdesign funktioniert diese Herangehensweise aber nicht. Das Design- und Entwicklungsteam muss von Beginn an alle möglichen Varianten in Betracht ziehen, da diese sich gegenseitig und alle zusammen das finale Design beeinflussen. Das ist sogar dann wichtig, wenn man nur eine separate mobile Website erstellt, bei der man Responsive Webdesign Techniken einsetzt.

Dies sind nur einige von vielen Überlegungen, um ein Responsive Webdesign Projekt besser planen zu können. Es gibt sicherlich noch viele weitere. Was ist eure Meinung dazu? Wir freuen uns natürlich auf Kommentare, neue Ideen und Ansichten.

Hinweis: Den englischen Orginalartikel von Brad Frost findet ihr unter: http://bradfrostweb.com/blog/web/how-much-does-a-responsive-web-design-cost/

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